— 271 —
ſei es geſagt — auch noch ein anderes holdes Bild trat im Schleier ſanfter Wehmuth und linder Thraͤnen vor ihn — das Bild ſeiner Mutter. Er ließ ſich Papier und Schreibzeug geben und ſchrieb ihr folgende Zeilen:
„O meine Mutter! mit welcher Wonne fuͤllt das Gefuͤhl der kindlichen Liebe meine Bruſt! Auf meinen Knien und mit Thränen ſchreibe ich dies hei⸗ lige Wort hin, und danke Gott, daß ich Sie mit dieſem ſchönſten, ehrwuͤrdigſten aller Namen gruͤßen, daß ich Sie Mutter nennen darf. Bald, ja bald komme ich nach Aulnay zuruͤck, um Sie an mein Herz zu druͤcken, das von Ruͤhrung und Freude uberwallt, wenn ich an Sie denke, wenn ich mir ſage, daß ich Ihnen durch die heiligſten Bande an⸗ gehoͤre. Nach Einem Wunſche, der unwillkuͤrlich den erſten Platz in meiner Seele behauptet, habe ich keinen theurern, als den, Sie zu umarmen; und zoge mich nicht eine Nothwendigkeit, die zugleich mein Schickſal iſt, nach Paris, ſo wuͤrde ich in dem Augenblicke, wo mir das Geheimniß meiner Geburt kund ward, zu Ihnen geflogen ſein, um Ihnen muͤndlich zu ſagen, daß ich Sie inniger liebe, als jeder andere Sohn liebt, weil ich Ihnen Verguͤ⸗


