Teil eines Werkes 
14. Band (1830)
Entstehung
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Melanie er hat ſie fuͤr ſeine Schweſter gehalten und iſt aus Verzweiflung Prieſter geworden. Mein Plan war, ſie mit einander zu verheirathen. Jetzt bitte ich Dich ſelbſt, Victor in ſeiner bisheri⸗ gen Unwiſſenheit uͤber ſein Geſchick zu laſſen und von ihm nur Kunde uͤber Melaniens Aufenthalt ein⸗ zuziehen. Er kann ja nicht mehr ihr Gatte werden und darf ſie nicht wiederſehen. Der Ungluͤckliche! Wie ſchoͤn muß meine Melanie nicht geworden ſein! Wie ruͤhrend war die Liebe der beiden Kinder zu einander wie unendlich muͤſſen ſie bei ihrer Tren⸗ nung gelitten haben!

Dieſe Worte gaben dem Biſchof iber den See⸗ lenzuſtand ſeines Sohnes den Aufſchluß, den er nicht gewagt hatte, von ihm ſelbſt zu fordern. Er uͤberſann die Mittel und Wege, die ihm zu Gebote ſtanden, um von dem Papſte füͤr Victor die Los⸗ ſprechung von ſeinen Geluͤbden zu erhalten, und blieb daher ſeinem Bruder die Antwort ſchuldig. Indem meldete man, das Abendeſſen ſei aufgetragen, und Beide verließen das Zimmer, ohne den Zeugen zu entdecken, den ihre Unterredung gehabt hatte. Erſt bei Tiſche erfuhr der Biſchof, daß der Vicar von Aulnay da geweſen ſei, um ihn zu ſprechen,