Teil eines Werkes 
14. Band (1830)
Entstehung
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Kind nach Weſtindien geſandt das Schickſal oder vielmehr die Vorſehung fuͤhrte ihn nach Europa, in meine Naͤhe zuruͤck das Mutterherz erkannte das Mutterherz errieth ihn.

Und der Biſchof von A. iſt ſein Vater?

Ich habe geſchworen, den Namen ſeines Va⸗ ters nie zu entdecken.

Victorine, ſagte der Marquis nach langem Schweigen, während deſſen ſie mit unausſprechlicher Mutterangſt in ſeinen Zuͤgen den Ausſpruch uͤber das

Schickſal ihres Sohnes zu leſen ſtrebte,Du

weißt, wie mich die Kinderloſigkeit unſerer Ehe be⸗ truͤbte, wie leidenſchaftlich ich mir ſtets einen Erben meines Namens und meiner Reichthuͤmer gewuͤnſcht habe. Ich ſehe dieſen Wunſch jetzt als erfuͤllt an. Dein Sohn iſt einer der ausgezeichnetſten jungen Maͤnner ich werde ſtolz darauf ſein, ihn als den meinigen anzuerkennen; und die Gunſt des Königs wird mir die Bitte nicht verſagen, meinen Namen und meine Pairswuͤrde auf ihn uͤbertragen zu duͤrfen.

Frau von Roſann erlag faſt der Macht ihrer Empfindung. Nie iſt ein Mann ſchoͤner geliebt wor⸗ den, als ſie ſeit dieſer Stunde den Marquis bis zum letzten Schlage ihres Herzens in der reinſten

F. Tarnow, Novellen. II. 12