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„Ich danke Ihnen fuͤr dies Zeugniß, bas mir
allein in dieſer ſchweren Stunde Muth zu geben vermag. — Der Grund jener Bchwermuth war das Bewußtſein eines Fehltritts — einer Jugend⸗ verirrung, die ich jetzt auf das Allerbitterſte bereue, Ihnen verſchwiegen zu haben. — Ich wurde in meinem ſechzehnten Jahre Mutter eines Sohnes —“
„Wie?“ rief der Marquis im Ton freudiger Ueberraſchung — „Du biſt Mutter? Du haſt einen Sohn?“
„Carl!“ ſprach Frau von Roſann, und ſank vor ihm nieder — „Carl, Du verwirfſt mich nicht?“ —
„Ich Dich verwerfen?“ ſagte er, indem er ſie aufhob und auf ſeinen Schooß niederzog, „ich mein Weib, meine Victorine verwerfen, weil ſie mit funfzehn Jahren ſich eines jugendlichen Fehltritts ſchuldig machte, der der Welt verborgen blieb, und den ſie durch ein Leben voll reiner Tugend und himmliſcher Guͤte laͤngſt im Schuldbuche menſch⸗ licher Schwaͤche verloͤſcht hat?“
„Dieſer Sohn — der Vicar iſt es! — Man raubte ihn mir und that Aues, mich in dem Wahne zu erhalten, er ſei todt. Er ward als


