— 263 —
„Sprich nur ein Wort, Victorine,“ rief er, indem er ihr zu Fuͤßen ſank, „nur ein einziges Wort. Mein Herz bedarf deſſen — ich kann nicht leben, wenn ich an Dir irre bleibe.“
„Ja, ich bin es Ihnen ſchuldig — ich muß dies Wort ausſprechen. Stehen Sie auf, mein Gemahl, und laſſen Sie mich zu Ihren Fuͤßen den Platz einnehmen, der meiner Schuld und meiner Reue gebuͤhrt. — Erinnern Sie ſich noch der Schwermuth, die mich niederdruͤckte, als ich Sie kennen lernte?“ — Der Marquis neigte bejahend das Haupt. — „Sie wiſſen, daß ich mich lange weigerte, Ihre Hand anzunehmen?“
„Ja.“ —
„Und daß dieſe Traurigkeit, die der Grund⸗ ton meines Weſens war, ſich erſt verlor, als mein Herz die Ueberzeugung gewann, daß Sie ſich gluͤck⸗ lich fuͤhlten und mit mir zufrieden waren.“
„Gewiß,“ ſagte der Marquis bewegt, „ich kann nicht vergeſſen, daß Sie mich funfzehn Jahre lang zum gluͤcklichſten Manne gemacht haben, und jeder Tag Ihres Lebens Ihnen ein Recht gab, für das Vorbild der edelſten Frau, der muſterhafteſten Gattin zu gelten.“


