Teil eines Werkes 
14. Band (1830)
Entstehung
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abgerufen, und Frau von Roſann beſchloß, dieſen

Augenblick zu benutzen.

Ich fuͤhle, begann ſie mit ihrer ſchonen,

tiefbewegten Stimme,daß ich Sie wahrhaft muͤt⸗ terlich liebe. Sie haben Ihre Mutter ich meinen Sohn nie gekannt; dieſer wuͤrde jetzt in Ihrem Alter ſein. Vergonnen Sie mir, Sie Sohn zu nennen, und wenn Sie einige Freundſchaft fuͤr mich empfinden, wird dieſe Illuſion fuͤr mein Herz allen Reiz der Wahrheit haben.

Es wuͤrde mir ſehr leicht werden, Sie gleich

einer Mutter zu ehren und zu lieben, gnaͤdige Frau; aber ich fuͤrchte das Gluͤck, das mir dieſes Verhält⸗ niß gewaͤhren könnte. Mein Schickſal gebietet mir, mich nur den Trauernden und Leidenden zuzugeſellen, und mich durch kein Band an dies irdiſche Leben zu knuͤpfen.

Soll denn Ihre Mutter nie die Urſache dieſes tiefen, hoffnungsloſen Grames erfahren?

Nein, das Geheimniß deſſelben muß ich un⸗ ausgeſprochen mit mir ins Grab nehmen.

Sie ahnen nicht, mein Freund, wie gluͤcklich es mich machen wuͤrde, Sie troͤſten zu koönnen. Glauben Sie mir, wir Frauen allein verſtehen die

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