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mir auch die Pflicht gebot, den Geliebten zu ver⸗ geſſen, konnte der Vater meines Kindes mir wohl je gleichgultig werden? O Adolf! wie wuͤrde ich Dich geliebt haben, hätteſt Du mir nicht meinen Sohn geraubt.“
„Und wenn ich Dir ihn wiedergabe?“ —
„Meinen Sohn! meinen Sohn!“ rief ſie trunken vor Entzuͤcken — „ſo lebt er wirklich? — O Adolf!“ fuhr ſie fort und ſturzte zu ſeinen Fůßen, „ſei barmherzig, ſei gnädig — ſage mir Alles — gib mir meinen Sohn wieder!“
„Bedenken Sie, daß man uns hoͤren kann,“ ſagte der Biſchof leiſe, indem er ſie aufhob, „und daß ein Wort hinreichend iſt, uns ungluͤcklich zu machen — Sie — mich — unſer Kind — uns Alle.“
„Er iſt alſo nicht geſtorben?“ fragte ſie kaum athmend.
„Er lebt,“ antwortete er bedeutungsvoll lächelnd.
„Mächte des Himmels, mein Herz bricht!“ rief die Marquiſe, und ſank halb ohnmächtig auf den Sopha nieder. — „Adolf, Du folterſt mich — ich beſchwöre Dich bei Gott, laß mich nicht


