ermahnte, der Pflicht und der Ehre ihre Leiden⸗ ſchaften willig zu opfern und ſich nie durch dieſe beſiegen und unterjochen zu laſſen? Nein, nein! ich werde nie den Platz einer Gattin, die ich verehrte und liebte, einer ſolchen Schwiegertochter einräumen! Es ſteht in Deiner Macht, ihr den Namen zu ge⸗
ben, den Deine edle Mutter trug; ich werde wahr⸗
ſcheinlich vor Gram ſterben, wenn es geſchieht, doch ſo lange ich noch lebe, ſoll ſie nie den Platz derſelben in meinem Hauſe einnehmen. Du weißt, daß die Geburt meiner Soͤhne mir das Leben der Mutter koſtete, und daß Harriot das Opfer ſeiner bruͤderlichen Liebe wurde; entſcheide nun, ob eine thoͤrichte Leidenſchaft mir jetzt auch noch den einzigen mir uͤbrig gebliebenen, ſchmerzlich geliebten Sohn rauben ſoll. Denn ſobald Du eine ſolche Gattin zu waͤhlen vermagſt, bin ich ein kinderloſer Va⸗ . Als Miranda mich am Abend des Tages, wo ich dieſen Brief erhielt, ſpaͤter als gewoͤhnlich, und blaß und entſtellt zu ſich eintreten ſah, errieth ſie augenblicklich den Inhalt deſſelben. Sie zwang mich, ihn ihr zu leſen zu geben; ich ſah, daß jedes ſeiner Worte wie ein Dolch in ihr Herz drang, und


