Teil eines Werkes 
14. Band (1830)
Entstehung
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6 mildern und Betruͤbten zu helfen. Frei, und doch abhaͤngig; verachtet von Einigen und angebetet von Andern, empfand ſie dieſen Widerſpruch mit einer ſtillen Traurigkeit, der eben ſo viel Stolz als Bangigkeit zum Grunde lag, und wäre ſie weniger liebebeduͤrftig, weni⸗ ger liebevoll geweſen, ſo wuͤrde ſie ſich ungeſellig und abweiſend gezeigt haben. Ich ſah ſie oft Menſchen ausweichen, die ſich ihr mit unverkennbarer Bewun⸗ derung zu naähern ſuchten, und fragte ſie eines Ta⸗ ges nach der Urſache dieſes Betragens.Ich weiß ja, antwortete ſie mir,wie dieſe Menſchen, ſo⸗ bald ſie erfragt haben, wer ich bin, auf mich herab⸗ ſehen werden. Sie hatte Recht, und eine Thrane ſchimmerte in dem Blick und begleitete das Lächeln, mit dem ſie es mir bemerkbar machte. Ein ander⸗ mal ſchlug ſie die Einladung einer Frau aus, die ich als klug und gut kannte, und von der es be⸗ kannt war, daß ſie einen angenehmen und geiſtreichen Kreis um ſich zu verſammeln wußte.Ach, ant⸗ wortete ſie mir,was ich am meiſten furchte, iſt nicht die Geringſchaͤtzung, die ſich offen ausſpricht; in meiner Seele lebt ein Gefuͤhl, das mich uͤber die erhebt, die mich verwerfen, ohne mich zu kennen; aber was ich nicht zu ertragen vermag, iſt die Sorg⸗