in Penſion gab, in dem ſie fuͤr die natuͤrliche Toch⸗ ter eines ſehr vornehmen Mannes galt, deren Fami⸗ lienname aus wichtigen Urſachen ein Geheimniß blei⸗ ben muͤſſe.
In Miranda's Ton und Anſtand lag ſo viel adeliges Weſen, daß ihr die Nonnen und die Koſt⸗ gaͤngerinnen, von denen ſie angebetet wurde, unwill⸗ kuͤrlich immer den erſten Platz einraͤumten, ſo weit ſie auch davon entfernt war, ihn zu fordern. Sie erwarb ſich hier in kurzer Zeit eine ausgezeichnete Geſchicklichkeit in allen weiblichen Handarbeiten und erhielt auch im Zeichnen, Malen, Tanzen, Geſang und Muſik Unterricht von den beſten Meiſtern. Nie ſchmuͤckte der Zauber der Talente ein weibliches We⸗ ſen mit mehr Grazie und Anmuth, als ſie; doch bildete ſie dieſe Talente zu der ihr eigenen hohen Vollkommenheit erſt in Italien aus, wohin ihr Geliebter ſie fuͤhrte und wo er zwei Jahre mit ihr, unausſprechlich begluͤckt durch ihren Beſitz, zubrachte. In ihrem achtzehnten Jahre kam ſie mit ihm nach England zuruͤck, wo er abwechſelnd mit ihr auf ſei⸗ nen Guͤtern oder in London bei ſeinem Onkel, dem General Moclere lebte. Vier Jahre des Gluͤckes und der Liebe waren ihm noch vom Schickſal beſchieden —


