Teil eines Werkes 
[1] (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

380

kommen, gelaͤutert und vorbereitet zu werden zu einem hoͤhern Daſeyn, beſſer iſt erreicht worden an dir durch jene truͤben Erfahrungen, als es durch irdiſches Gluͤck und Genuß ge⸗ ſchehen wäre? Fuͤhlſt du nicht die Kraft zur

Selbſtbeſiegung, den Muth in Leiden auszu⸗

halten, das freudige Vertrauen zu Gott und den inneren Frieden als die begluckenden Fruͤchte

der ſchweten Kaͤmpfe! Ol glaube mir, mein

Kind, ſolcher Gewinn iſt der reichſte Segen, das hoͤchſte Gluͤck, was uns in dieſem Leben zu Theil werden kann! Und die entſchlaf⸗ ne Babet, iſt ihr nicht das beneidenswertheſte Lvos gefallen? noch unberaͤhrt von des Lebens Bitterkeiten, im roſenbekraͤnzten Jugendtraume, beſeligt von den Freuden einer unſchuldigen Liebe hat ſie ein ſanfter Hauch hinweg getra⸗ gen in das Land eines höhern Gluͤcks, zu den Seligkeiten ungetruͤbten Wiederſehns!

Ja! erkenne, meine Tochter, daß nur die Nebel des Trubſinns, die den Sinn der ſeg⸗ nenden Weihe der Roſe von Jericho verhuͤllen konnten, dieſen hohen Sinn, der mit wunder⸗ barem Licht meine Seele erfullt! In deinem