Hauſe ihrer Eltern geweſen, von dieſen ſehr ausgezeichnet worden iſt und von dem reizen⸗ den Maͤdchen eben ſo geliebt, als ſie der Ge⸗ genſtand feiner feurigen Leidenſchaft war, daß aber jetzt keine Verbindung mehr unter ihnen beſtehe.
Wie es ſtarken Seelen eigen iſt, ſo wurde Anna nach der Gewißheit ihres Geſchicks ruhiger, ſo ruhig, daß ſie beſonnen die feſt⸗ lichen Arbeiten vollenden, ja ſelbſt am fol⸗ genden Morgen Alfred mit liebevoller Freund⸗ lichkeit empfangen konnte. Er war ſichtbar geruͤhrt von den zarten Beweiſen ihrer Liebe und druͤckte Anna feuriger als ſeit lange an ſein Herz, und wenn ihr dieſer Druck einen geiſtigen Schmerz verurſachte, den ſie kaum verbergen konnte, ſo wurde ſie auf der andern Seite tief bewegt von dem augenblicklichen Siege ſeiner Treue uͤber die Leidenſchaft. Doch ihr Entſchluß war gefaßt, ſie kannte Alfred's ſchwankendes Gemuͤth und die Schmerzen der Entſagung waren ihr noch zu neu, als daß ſie den geliebten Bruder, den ihr theuer ge⸗ wordnen Freund ähnlichen Leiden Preis geben,


