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then; jedes Abendluͤftchen fuͤllte die Gegend mit ſuͤßerem Blumenduft und wiegte mich in eine Stille des Gemuͤths ein, die mir unend⸗ lich wohl that. Doch nur zu bald ſollte ich daran erinnert werden, daß es auf der Erde keine, dem Schmerz und dem Ungluͤck unzu⸗ gaͤngliche Freiſtaͤtte gibt.
Von meiner Wirthin erfuhr ich, daß in den Zimmern des Erdgeſchoſſes eine ſehr kranke, engelſchoͤne, junge Dame wohne. Die Frau konnte nicht muͤde werden von ihrer Sanft⸗ muth und ihrem Liebreiz zu erzaͤhlen, und verſicherte mir oft, daß ſie ſich, wenn das Fraͤulein nicht bald wieder beſſer werde, um ſie wie um ihr eignes Kind graͤmen muͤſſe. Die einfache Wahrheit ihrer Empfindung ge⸗ wann ihr mein Zutrauen und floͤßte mir fuͤr die Unbekannte eine Theilnahme ein, die noch um vieles waͤrmer wurde, als ich am folgen⸗ den Abend Harfentoͤne hoͤrte, die den Geſang einer ſilberreinen, aber ſchwachen Stimme be⸗ gleiteten. Nie hat irgend eine Muſik mein Herz mit ſo ſanfter, ſuͤß⸗ſchmerzender Weh⸗ muth ergriffen, als dieſes Lied, das wie der


