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erworben, von der ich in meiner bisherigen einſamen
Verborgenheit keine Ahnung gehabt hatte. Die Her⸗
zogin nahm mich mit ehrender Guͤte auf; Alles draͤngte ſich zu mir, in jeder Zeitſchrift fand ich mein Lob, jeder Poſttag brachte mir von irgend einem Buchhäͤndler eine Aufforderung, ihn zum Verleger zu waͤhlen, oder von irgend einem beruͤhmten Schrift⸗ ſteller, einer beruͤhmten Frau eine ſchmeichelhafte Einladung, an dieſem oder jenem literariſchen Unter⸗ nehmen Theil zu nehmen. Meine Jugend, meine Anſpruchloſigkeit bewahrte mich vor dem Ungluͤcke, beneidet zu werden; edle Menſchen traten mir freund⸗ lich entgegen, Gebildete ſuchten mich auf, und in
den drei Jahren, die ich am Hofe der Herzogin ver⸗
lebt habe, hat mich keiner der Dornen verletzt, die ſo oft auf der ſchriftſtelleriſchen Laufbahn Eitelkeit und Herz verwunden. Deſto nachtheiliger war aber der Einfluß dieſer Verhaͤltniſſe auf mein inneres Leben. Ich konnte es mir nicht verhehlen, daß dieſe neue Lebensweiſe von aller rein weiblichen Beſtim⸗ mung mich abfuͤhrte; ich ſchrieb viel und mit ſtei⸗ gendem Beifall; alle Schaͤtze der Literatur ſtanden mir zu Gebote, die in der Reſidenz aufgehäuften Kunſtſchätze eroffneten mir eine neue, herrliche Welt, ich lebte geiſtig ein ſehr reiches Leben, allein meine


