— 177 —
werth ſichtbar geworden ſei⸗ und wie nur ſie, ſie, meine geliebte, meine angebetete Dorothea auf dem ganzen Erdenrunde die Einzige ſei, von der mir wahres, tiefempfundenes Eidengluͤck kommen könne. Dorotheens Augen fullten ſich mit Thraͤnen; „ſo iſt denn,“ ſagte ſie, „der erſte und theuerſte Wunſch meines Herzens erfuͤlt, es iſt mir gelungen, den Mann meiner Seele mir ſelbſt untreu zu machen⸗ und ich verdanke den Beſitz ſeines Herzens keiner äußern Zufälligkeit, keinem Irtglanze der Beruͤhmt⸗ heit und des Geiſtes, ſondern nur dem, was ich in unverfälſchter Wahrheit meines eigenſten und inner⸗ ſten Seins bin und ihm ewig zu bleiben hoffen darf. Ich ſelbſt bin es, Julius, die unter dem als Schriftſtellerin angenommenen Namen Sidonie einen Eindruck auf Deine Phantaſie machte, der wahr⸗ ſcheinlich dem Gluͤck unſerer Herzen ſeine Wahrheit und Reinheit getruͤbt haben wuͤrde, wenn Du mich als Sidonie aufgeſucht, als Schriftſtellerin kennen gelernt und um mich geworben hätteſt.“ Ueberraſchter, als ich es Dir zu ſchildern ver⸗ mag, ſtaunte ich ſie an. „Um Dir das Raäͤthſet zu löſen,“ fuhr ſie fort, „wie Du mich, die Du in Deutſchland glaubteſt, hier in den Felſenthälern Nor⸗ wgeüs findeſt, muß ich Dir einen fluͤchtigen Abriß


