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ich ausziehen wollte! O könnte ich Dir dieſe Doro⸗ thea ſchildern in all ihrer Anmuth, in all der Tiefe ihres Weſens, wie ſie, zu weiblich, um auf ſich ſelbſt ruhen zu koͤnnen, doch ſo erhaben iſt uͤber alle Beduͤrftigkeit der Schwaͤche! — ſo zart und doch ſo maͤchtig in ihrer Liebe, ſo muthig und doch ſo ſanft, und ihre Milde, ihre Weiblichkeit ſo durch⸗ leuchtet von einer Geiſteshelle, die die erhabene Kraft und die hohe Zuverſicht einer reinen, feſten, frommen Seele ahnen laͤßt! Wie oft erſchließt ſich mir vor ihrem Blicke eine Welt neuer Gefuͤhle! Wie lebe ich mich an ihrer Seite mit hinein in das Leben einfacher, durch Liebe veredelter Haͤuslichkeit! Wie lerne ich das begreifen, daß der Menſch der Natur
die Kraft wieder abzugewinnen vermag, die die Welt ihm entzogen hat! Ja, es iſt wahr, was ich fruͤher nie erkannt habe, das geſellige Leben unſerer großen Städte verwäſſert langſam, aber unausbleiblich un⸗ ſere Empfindung und an die Stelle der einfachen Staͤrke und Wahrheit unſerer Naturgefuͤhle tritt eine Sentimentalität und Leidenſchaftlichkeit, die aus Irdiſchem geboren, auch irdiſch ſich verzehren muß. Die wahre Liebe iſt Einklang aller ſchönen und ho⸗ hen Kraͤfte des Gemuͤths, und gibt uns den Muth, die Muͤhen und Sorgen des Lebens zu uͤberwinden,


