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wie reich und ſchon entfaltete ſich in dieſem Ge⸗
ſpräche ihr einfach milder und doch ſo klarer Geiſt, der mit ihrem Herzen voll Kinderunſchuld und De⸗ muth in ſo ungeſtörter Liebe lebt, daß man nie zu ſondern vermag, was bei ihr Gedanke, was Empfin⸗ dung iſt. Und doch hat dieſe milde Klarheit alle Bilder meiner Phantaſie, alle meine bisherigen Wuͤnſche und Hoffnungen getruͤbt. Sidoniens Ne⸗ belgeſtalt ſchwimmt nur noch in farbloſem Duft vor mir, und will ich ſie feſter faſſen, ſo blickt ſie mich mit Dorotheens Auge an, und nach und nach tritt aus dem Nebel auch Dorotheens Geſtalt her⸗ vor, und ich vermag keine von beiden mehr geſon⸗ dert von der andern zu denken.
Ich bin noch hier, obgleich meine Geſchäfte ſchon ſeit Wochen beendigt ſind, aber es iſt, als ob mich ein Zauber an dieſe lieben, freundlichen Men⸗ ſchen gefeſſelt haͤlt, die man lieben muß, um ſie in ihrer ganzen Trefflichkeit zu erkennen. Wie unver⸗ ſtändig bin ich in meinem fruͤheren Urtheil üͤber ſie und ihre Verhältniſſe zu einander geweſen! Hier, hier wohnt das Gluck, das erſehnte, das aufzuſuchen
Tarnow's Schriften. XlI. 8


