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als Tochter, Freundin und Schweſter ſchenkte, wird mit dem Herzen auch der Geiſt gebildet, und wir Maͤdchen leben oft im Kreiſe der allereinfachſten Haͤuslichkeit ein fuͤr Sinn und Gemuͤth ſehr reiches, dichteriſches Leben. Indeſſen,“ fuhr ſie ernſt wer⸗ dend fort, „weiß ich auch, wie mannigfach ſich das geſtaltet, was der Menſch ſein Gluͤck nennt; man kann auch in der großen Welt gluͤcklich ſein, gluͤcklich in der Verbindung mit einer glänzenden Frau, die außer ihrem Manne und ihren Kindern auch noch viel und mancherlei von draußen zu ihrem Glucke bedarf — die einzige weſentliche, ganz unumgaͤngliche Bedin⸗ gung zum Gluͤck iſt und bleibt fuͤr uns Menſchen: Einheit des innern und des außern Lebens. Sie ſtehen jett an einem Scheidewege, und daher wuͤnſche ich, daß Sie ſich ernſt befragen und ernſt pruͤfen, ehe Sie einen fuͤr das Gluͤck Ihres Lebens ent⸗ ſcheidenden Schritt thun. Meine Begriffe von Gluͤck und Tugend ſind einfach, wie ich ſelbſt es bin; es waͤre thöricht, ſie Ihnen als Maßſtab aufdringen zu wollen; allein, ſo wie ich Sie kenne, fuͤrchte ich, Julius, daß Sie Ihr Gluck nicht auf dem Wege finden werden, wo Sie es zu ſuchen geneigt ſind.“ Dorotheens Worte bewegten mich wunderbar;
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