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ſeiner Verhältniſſe zu Frauen blickt, ſo wird man immer finden, daß auch die geliebteſte fuͤr ihn nur eine voruͤbergehende Erſcheinung ſeines Urbildes war — ſollte es nun bei den Dichterinnen anders ſein? — Der Glanz des Kuͤnſtlerlebens iſt mit einem rein weiblichen Daſein unvereinbar; nicht die Poeſie, de⸗ ren ſanfter, milder Bluͤthenſtaub unſer ganzes Sein und Leben durchhauchen muß, wohl aber alles ſelbſt⸗ ſchoͤpferiſche Bilden, weil uns dieſes dem Wirkungs⸗ kreis entfremdet, den die Natur uns zur ſichernden Lebensſchranke angewieſen hat. Liebten Sie Sidonie nur um der Erkenntniß ihres Charakters willen, die Sie aus ihren Schriften gezogen haben, ſo wuͤrde ich weniger fuͤr Sie fuͤrchten, allein ſo haben Sie ſich durch den Putz blenden laſſen, den ihre Be⸗ ruͤhmtheit ihr anlegt, und das kann Sie und Si⸗ donien nie zum Gluͤcke fuͤhren.“
„Und wo, Dorothea,“ fragte ich erſtaunt, „ha⸗ ben Sie Ihr Geſchlecht und die Verhaͤltniſſe geſelli⸗ gen Lebens ſo klar beurtheilen lernen? wo fanden Sie die Veranlaſſung, ſie aus dieſem Geſichtspunkte in's Auge zu faſſen und daruͤber nachzudenken?“
„In einem Leben der Liebe und des haͤuslichen Gluͤckes,“ antwortete ſie, „wie die Vorſehung es mir


