Teil eines Werkes 
12. Band (1830)
Entstehung
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thea bewegt,ſchelten Sie mich nicht kalt, halten Sie es fuͤr keinen Mangel an Seele bei mir, wenn ich Ihre Liebe zu Sidonien fuͤr nichts mehr und nichts minder, als fuͤr eine Selbſttäuſchung halte. Sie lieben und ſuchen die Liebe ſelbſt; das Leben fuͤhrte Ihnen keine Erſcheinung vor, in der ſich dieſe Ihnen zu offenbaren vermochte, und ſo bildeten Sie ſich ein Ideal und glauben dieſes nun in Sidonien gefunden zu haben. Wie ſehr wahrſcheinlich iſt es aber, daß, wenn Sie perſoͤnlich ſie kennen lernen, Sie dem Gebilde Ihrer Phantaſie ſie ſehr unaͤhnlich finden werden! Im Zauberglanze von Olga's Schoͤn⸗ heit ſteht ſie vor Ihnen, allein die Natur verſagte ihr dieſe: ſie iſt, wie man ſagt, nicht haͤßlich, aber nicht einmal huͤbſch zu nennen und dann, ge⸗ wohnt, ſich bewundert zu ſehen, gewohnt, in der Welt zu leben, gewohnt, ihre Gefuͤhle in Dichtun⸗ gen niederzulegen und auszuſprechen, und ſie ſo, ienſeits der Grenze der Wahrheit, mit dem Glanze der Poeſie zu ſchmuͤcken Julius, durfen Sie da hoffen, daß Sie die Kraft des Herzens bewahrt hat, die dazu gehört, zu lieben, wie Sie geliebt ſein wollen? Der Dichter gehoͤrt keinem einzelnen, ſterblichen Weibe an, und wenn man in das Innere