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„Und wo,“ fragte Dorothea weich und ernſt, „fanden Sie, wie erkannten Sie die Geliebte?“
Die Frage traf mich wunderbar. Sidoniens Bild war mir ſo lebendig aufgegangen, meine Liebe fur ſie ſo hell auſgeflammt, daß ich, Alles vergeſſend, mich von der Täuſchung umfangen fuhlte, ſie ſei gegenwartig und ich ſpreche ihr ſelbſt aus, wie ich ſie liebe. — Dorotheens Frage loͤſete dieſen Zauber; ich bedurfte einiger Minuten, um mich wieder zur klaren Beſonnenheit zu ſammeln. „ Sie iſt,“ fing ich endlich tiefathmend an, „Ihre Landsmaͤnnin, eine Deutſche wie Sie, liebe Dorothea, was mich innig freut, und ihr gefeierter Name Ihnen vielleicht nicht unbekannt, Sidonie S.,“
„Sidonie S.!“ rief Dorothea mit einem Er⸗ ſtaunen aus, das mich uͤberraſchte; ein gluͤhendes Erröthen färbte ihre Wangen; ſie ſah mich lunge und forſchend an — „Sidonie S.,“ wiederholte ſie langſamer wie vor ſich hin, „die Dichterin, die Ver⸗ faſſerin von Olga, unmöglich, unmoͤglich!“
„Dieſelbe,“ antwortete ich; „kennen Sie ſie; haben Sie ſie vielleicht in Deutſchland geſehen?“


