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Dorotheens Auge ſchimmerte, als fuͤlle es der Glanz einer Thräne, und zaghaft ſchlug ſie den Blick zu Boden. „Ich kann mir nicht an dem ge⸗ nuͤgen laſſen,“ fuhr ſie fort, „was ſich aͤußerlich im Leben erſtreben läßt; es iſt in mir eine Ueber⸗ fule des Lebens und der Empfindung, die mich zer⸗ ſtören wuͤrde, ohne die heilige Offenbarung einer Liebe, der man allein ein ganzes Daſein ohne Ver⸗ kämmerung, ohne Zwieſpalt, ohne Erniedrigung hin⸗ geben kann. Ich begehre von Allem, was das Le⸗ ben bieten kann, nichts als ein zweites Herz, faͤhig, in der unendlichen Kraft der Empfindung, in jedem Pulsſchlage des Gefuͤhls, in jeder Regung der Seele, mir zu bogegnen. Unter Menſchen habe ich gelebt allein mit meiner Sehnſucht; Wuͤſten habe ich durch⸗ zogen und die Natur hatte keinen Troſt fuͤr mich, da erſchien ſie mir, und mein unbedeutendes Leben war am Ende; ich erkannte ſie, um ſie zu lieben; ich liebe ſie, um ſie ewig zu halten; ich kann nicht von ihr laſſen, konnte ſie nicht aufgeben, ohne mich aufzugeben in dem, was das Beſſere in mir iſt, weil es in ſeiner Sehnſucht nicht den vergänglichen Erſcheinungen dieſes Lebens, ſondern dem Ewigen in mir angehoͤrt.“


