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leiden, fur alle ftomme, ſchone Regungen der Seele ſchuf, und die Tugend ſelbſt ſcheint ihrer Stirne und ihrem Blicke das Siegel unbefleckter Reinheit und Wahrheit aufgedruͤckt zu haben. Man kann ihr nichts verheimlichen wollen, und auch mir flog unwillkuͤrlich das Geheimniß meiner Liebe uͤber die Lippen. „Nein,“ ſagte ich ihr, „das hohe Bild, das in meiner Seele von Frauenwerth und Frauen⸗ bildung lebt, iſt keine trugeriſche Traumgeſtalt; die tiefe, mächtige Sehnſucht meines Herzens, ihr im Leben zu begegnen, wuͤrde mir ſchon das wirkliche Daſein deſſelben durch dieſe geheimnißvolle Anziehungs⸗ kraft beweiſen; auch war ſie meinem Geiſte ſchon lange in der Ahnung gegenwärtig, eh' ich ſie im Leben fand. Ich liebe, Dorothea, liebe eine der Edelſten und Vortrefflichſten Ihres Geſchlechts, aus⸗ gezeichnet vor Tauſenden ihrer Mitſchweſtern durch Ruhm, durch Geiſt, durch Talent, und doch liegt die ſtärkſte Macht des Zaubers, der mich an ſie bindet, nicht in dieſem Glanze, ſondern in dem, was ihn erzeugt, in jener Seelenkraft der Begeiſterung, welche die Liebe zum Grundtone des Daſeins macht, und, dieſes in ſie begrenzend, es unendlich reich macht in dieſer Begrenzung.“


