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oft auch unſer Werth verblutet. Freilich muß der Mann hoch ſtehen, der ſich in unſrer Zeit die Faͤhig⸗ keit erhalten will, den Reiz der wahren, ſchönen Weiblichkeit wuͤrdigen und anerkennen zu können. Dieſe glaͤnzt nie; allein ein edler Mann wird durch die klare Wahrheit ihrer Empfindung, durch die Lauterkeit ihrer Guͤte und durch die kunſtloſe Einfalt ihrer Gedanken ſich tiefer ergriffen und begluͤckender beftiedigt fuhlen, als durch allen Schimmer hochgebildeter Geiſtig⸗ keit. Julius,“ fuhr ſie fort, „Sie ſind ſo gut, Sie ſcheinen mir fuͤr die Wahrheit des Daſeins und der Empfindung ſo empfaͤnglich; wie kommen Sie nur dazu, ſich ein ſo phantaſtiſches Bild von Frauenwerth und Frauenbeſtimmung entworfen zu haben?“.
So wie ſie, hatte noch nie Jemand zu mei⸗ nem Herzen geſprochen, ich noch nie ſo lebhaft das Beduͤrfniß empfunden, Jemandem unbedingt zu ver⸗ trauen, mein ganzes Herz, meine geheimſten Ge⸗ danken und Wuͤnſche in ſeine Seele niederzulegen. Du ſollteſt dieſe Dorothea nur einmal ſehen, Ferdi⸗ nand; ſie iſt keineswegs blendend ſchoͤn, aber alle ihre Zuge, und vorzuglich ihr reines, mildes Auge ſind ein Spiegel des edelſten und gefuͤhlvollſten Herzens, das Gott je fur ſanfte Liebe, fuͤr Troſt und Mit⸗


