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Ich vermochte nicht zu antworten und beugte mein Geſicht ſchweigend auf Dorotheens Hand nieder; ſie fuhr fort, und, o konnte ich Dir beſchreiben, wie ſchoͤn ſie unter dem Reden wurde! — „Ich habe heute Mittag es tief empfunden, daß Sie Paul⸗ mann's Aeußerungen mißverſtanden und es nicht ahnen, wie viel hoher der edle Mann uns in der Anerken⸗ nung unſeres wahren Werthes und unſers wahren Berufes ſtellt, als ſo viele Männer der jetzigen Zeit, die unſer Geſchlecht nur ſo hoch erheben, um ſich deſto eitler in der phantaſtiſchen Huldigung beſpiegeln zu können, die ſie ihm darbringen. Nur in der Verborgenheit, nur in der Umſchirmung frommer, haͤuslicher Sitte gedeihen wir, und finden in den einfachen Lebensverhaͤltniſſen dieſer hinreichend Gele⸗ genheit, die ſchoͤnſten und zarteſten Bluͤthen der Ge⸗
fuͤhle zu entfalten und das Leben mit den dichteri⸗
ſchen Bildern unſerer Phantaſie zu ſchmuͤcken. Tre⸗ ten wir in die Welt hinaus, verflechten ſich unſte Verhaͤltniſſe zu den Menſchen mannigfaltig, ſo ſchleift ſich in uns die Eigenthoͤmlichkeit der weibli⸗ chen Geſtaltung ab, und die geiſtigere Bildung, die die Roſe unſers Reizes blendender färbt, ſchärft auch zugleich den Dorn, an dem unſer Gluͤck und nur zu


