dem einfachen Menſchenverſtande, nur mit dem Unterſchied, daß dieſer, weit entfernt, ihre Unbe⸗ greiflichkeit anzuerkennen, ſie völlig zu verſtehen und zu begreifen glaubt, da hingegen der Denker mit ehrfurchtsvollem Schauer in die geheimnißvolle ihm unvergaͤngliche Tiefe alles urſpruͤnglichen Seins blickt. Wie nun aber der Menſch dazu gelangt, feſt an ein Unbegreifliches und Unbegriffenes zu glauben, läßt ſich in der Geſchichte des Einzelnen fuͤr die Geſchichte der Menſchheit nachweiſen. Wir glauben an unſer eigenes Daſein, wir glauben an das Daſein der Außenwelt, unabhängig von dem Erkennen aller Gruͤnde fuͤr die Wirklichkeit deſſelben, aus unmittel⸗ barer, uns angeborner Zuverſicht zu dieſer ihrer Wirklichkeit. Alle Nachforſchungen daruber fuhren uns auf Triebfedern zurück, die wir aus keinem reflectirenden Vermoͤgen unſerer geiſtigen Natur zu erklären vermogen, und denen wir alſo einen von dieſen unabhaͤngigen Urſprung zuerkennen muͤſſen. Welchen Weg auch die Vernunft zur Pruͤfung und zur Erklärung unſers Naturglaubens an die Wirk⸗ lichkeit der Dinge einſchlägt, ſo kommt ſie doch im⸗ mer auf ein Urgeſet zuruͤck, von dem ſich nichts er⸗ klären, ſondern von dem blos als von einer reinen
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