der ſinnlichen Natur konnen uns nur zur Idee eines Weltenbaumeiſters, zur Bewunderung ſeines Kunſt⸗ verſtandes und ſeines unerſchöpflichen Bildungsver⸗ mögens fortreißen; ſie vermogen nicht, uns irgend einen Aufſchluß uͤber den Zweck des Ganzen, ſo wie uͤber den Zweck unſers eignen Daſeins zu geben, und doch muß der Menſch uͤber beide ganz und fuͤr immer mit ſich einig ſein, wenn er ſich ſeines Menſchſeins zu erfreuen fähig und wuͤrdig ſein ſoll.
Der Begriff Gott bleibt ewig außer allem Verhältniß zu unſerer Ideen bildenden Kraft, und daher bedarf es keiner Schlußreihe, uns zu ihm zu fuͤhren, ſondern unſere Seele findet ihn, noch ehe ſie ihn geſucht hat. Unwiderſprechlich iſt es, daß ſich der Glaube an das Daſein eines hochſten Weſens in uns entwickelt, ohne daß wir uns eines Grundes fur die Wirklichkeit deſſelben bewußt zu werden brauchen⸗ Es liegt freilich im Grunde unſerer Seele dieſem Glauben immer eine Verbindung von Begriffen zum Grunde, allein wir brauchen uns ihrer nicht als Vorſtellungen bewußt zu ſein, ja viele derſelben koͤnnen wir gar nicht zum Range deutlicher Vor⸗ ſtellungen erheben, da die meiſten derſelben dem ſchaͤrfſten Denker eben ſo unbegreiflich bleiben, als


