Teil eines Werkes 
12. Band (1830)
Entstehung
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wichtigſte Angelegenheit fur den denkenden Menſchen, in Hinſicht auf ſeinen religisſen Glauben, zu ſehr, um es nicht zu verſuchen, Ihrer Aufforderung Ge⸗ nuͤge zu leiſten und Ihnen den Weg, auf dem mich Zweifeln und Forſchen zu jener Harmonie gefuͤhrt haben, anzudeuten. Der einfache, ſtarke, kindliche Gefuͤhlsglaube Ihrer reinen Seele ſicherte bis jetzt den Frieden derſelben in unbedingter Liebe und Ver⸗ trauen zu dem Schoͤpfer Ihres Daſeins; allein die Briefe Ihrer Freundin Adelheid haben Sie zuerſt darauf aufmerkſam gemacht, daß Sie Ihren religiöſen Glauben nie der Pruͤfung Ihrer Vernunft unterworfen haben, und Sie beben jetzt vor dieſer Pruͤfung zu⸗ ruͤck, weil Ihre Freundin es fuͤr entſchieden haͤlt, daß die Vernunft zu einer ſolchen Prufung ſo wenig fähig als berufen iſt, da der Menſch ſich ſeinem geiſtigen Vermogen nach durchaus nur leidend ver⸗ halten muß, wenn das Licht des chriſtlichen Glau⸗ bens, als des allein ſeligmachenden, in ihm aufgehen ſoll. Dieſe Anſicht Ihrer Freundin wuͤrde nie Ge⸗ walt uͤber den ſchoͤnen Frieden Ihrer frommen Gottgläubigkeit gewonnen haben, wenn nicht eben Ihrem Glauben die Baſis der Vernunfterkennmniß gefehlt hätte. Hat der Offenbarungsglaube im Ge⸗