wärts ſtrebt, kann, darf und wird dies heilige Ge⸗ heimniß gleichgultig laſſen, wie Du ſelbſt es auch, vielleicht ohne es zu wollen und zu wiſſen, durch Deinen Brief beweiſeſt. Wahrheit in Gott iſt ge⸗ wiß fuͤr den Suchenden zu finden, doch wird ſie auf verſchiedene Weiſe gegeben, nach dem Grade un⸗ ſerer Empfaͤnglichkeit und nach der Verſchiedenheit unſeres Auffaſſungsvermögens. Moͤge der Geiſt, der vom Vater und vom Sohn ausgeht, auch in Deiner Seele Licht und Klarheit verbreiten, und Du Dich von dem weltlichen Jrrweg der Vernunfter⸗ kenntniß hinweg zur Gnadenſonne des Glaubens wen⸗ den. Mit dieſem herzlichen Wunſch ſchließe ich Dich in mein Gebet als Dein wahrer Freund Renatus.
Steinfeld an Emma.
Unſer geſtriges Geſpräch, meine theure Freun⸗ din, hat einen ernſten Nachklang in mir zuruͤckge⸗ laſſen, und ich achte Ihr Streben nach Harmonie der Vernunft und des Gefuͤhls, in Hinſicht auf die


