Teil eines Werkes 
12. Band (1830)
Entstehung
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muͤth des Menſchen keine andere Baſis, als ben Inſtinct ſeines Gefuͤhlsglaubens, den der Anblick der Natur in ihren ſichtbaren Erſcheinungen in ihm weckt, ſo erheben wir freilich dadurch den Glauben an die Geheimniſſe der geoffenbarten Religion zu einem Wunder, das ſich in dem Gemuͤth jedes die⸗ ſelbe bekennenden Individuums immer meu wieder⸗ holt; allein dieſe Anſicht iſt nicht die meinige, da ich nicht zu begreifen vermag, wie der Menſch eine Offenbarung anerkennen und annehmen kann, wenn er nicht ſchon einen Begriff von dem Weſen hat, das ſich ihm offenbart. Eben ſo wenig kann ich die Nothwendigkeit eines uͤbernatuͤrlichen und durch Tradition fortgepflanzten Urſprungs des Begriffs und des Glaubens an einen Gott annehmen, da der Menſch faͤhig iſt, dieſen Begriff aus ſeinem eigenen Vermoͤgen zu entwickeln.

In unſerer Zeit konnen die Ahnungen des Ge⸗ fuͤhlsglaubens als Grundlage unſerer religiöſen Ueber⸗ zeugung keinem gebildeten Menſchen mehr genuͤgen. Es gab eine Zeit, wo der großte Theil des männ⸗ lichen Geſchlechts und das weibtiche ohne Ausnahme mit dem in ihrem Gemuͤth auf den Gefuͤhlsglauben geimpften Offenbarungsglauben ausreichen konnte;