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gefuͤhlt — ſo verletzt, ſo ſchuld⸗ und hoffnungslos, und ſelbſt die Stuͤtze ihres reinen Selbſtbewußtſeins war gebrochen; ihre Vernunft billigte ſtrenge und grauſam ihre Trennung von dem Baron, aber ſie konnte den Betrug nicht billigen, zu dem Dalinde ſich, um ihn zu täuſchen, geliehen hatte. Sie ſelbſt trug nun die Schuld, wenn der edle Mann ſie ver⸗ kannte, und das Andenken an ſie aus ſeinem Herzen riß, weil er ſie ſeiner Achtung unwuͤrdig glaubte. Sie fuͤhlte, die Baronin habe ſie grauſam behandelt, und ach, es iſt ein ſo giftiger Pfeil, von Menſchen, die man geliebt und verehrt hat, ſich grauſam be⸗ handilt zu fuͤhlen!
Nicht weniger ungluͤcklich fuͤhlte ſich aber der Baron, als er bei ſeinem nächſten Beſuche Dalinde nicht mehr im Hauſe ſeiner Tante fand. Die von ihr zuruckgelaſſenen Zeilen konnten ihn nicht täuſchen und den Argwohn in ihm erſticken, daß die Schlau⸗ heit einer herzloſen Weltklugheit ſie entfernt habe. Er erklaͤrte ſeiner Tante, daß er ihr Haus nicht wie⸗ der betreten werde, ehe er Dalinde wieder gefunden habe, und daß ſein Entſchluß, dieſe zu ſeiner Gattin zu waͤhlen, unerſchutterlich ſei. Sie glaubte indeſſen die Macht der Zeit und der Trennung an ſeinem


