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Herzenskennerin, als daß ihr das Geheimniß der beiden jungen Leute ein Geheimniß hätte bleiben konnen; allein ſie hielt des Barons Betragen nur fur Folge eines naturlichen, doch fluͤchtigen Wohlge⸗ fallens, mit dem er Dalindens Jugend und Schoͤn⸗ heit huldige, wie ſich dies fuͤr jeden jungen Mann zu thun gezieme, und tadelte nur, daß er ganz außer Acht laſſe, welche ernſte Folgen ein ſolches Betragen fuͤr das Lebensgluͤck eines jungen, unerfahrenen Maädchens haben konne. Die Baronin war eine edle Frau; doch das Leben in der großen Welt raubt uns faſt immer den Glauben an den heiligen Ernſt der Liebe und das Vertrauen zu ihrer Treue. Sie wuͤrde es ihrem Neffen nicht vergeben haben, wenn er wiſſentlich ein Spiel mit Dalindens Herzen ge⸗ trieben hätte; allein ſie hielt ihn auch fuͤr zu klug, zu beſonnen, als daß ſie ihn der romanhaſten Thorheit fähig gehalten hätte, die Hand der Erb⸗ gräfin von P. auszuſchlagen, um einer jugendlichen Neigung nachzuhaͤngen, und ſo glaubte ſie, die ganze Sache dadurch beendigen zu können, daß ſie ihn auf ſeine zu große Befliſſenheit, ſein zu ſichtliches Courmachen bei Dalinden aufmerkſam machte. Wie ſehr wurde ſie aber uͤberraſcht, als er ihr feſt und
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