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lebte, nach der Stadt komme, vermochte ſie zu troͤſten.
Wunderbar ſchnell erbluͤhete Dalinde in ihrer neuen Lage wieder zu Heiterkeit und Geſundheit. Die Baronin ſuchte und fand gleich in den erſten
Tagen ihres Zuſammenſeins Gelegenheit, mit ihr
uͤber ihre Erziehung, ihre Lectuͤre zu reden, und ihre Anſichten von Welt und Menſchen, ihre Ideen von Gluͤck und Tugend zu erforſchen, und ſie war mit Dalindens Grundſaͤtzen, Anſichten und Empfindungen ſo zufrieden, daß ſie dieſelbe ganz wie eine Tochter
behandelte. Dalindens Betragen gewann ihr alle
Perzen. Eben ſo beſcheiden als reizend, eben ſo edel als gefaͤllig, wurde ſie bald durch ihren Geiſt, ihre Talente und ihre Guͤte die Seele des geſelli⸗ gen Zirkels, in dem die Baronin lebte, und ihr fruͤheres ſchönes, von Mutterliebe beſchirmtes Jugendleben erbluͤhte ihr wieder, verklaͤrt durch den
von ihr empfundenen, doch nicht gekannten Zauber
der erſten Jugendliebe. Baron Stein war beinahe ein täglicher Gaſt im Hauſe ſeiner Tante; er war der Schoͤpfer ihres Gluͤckes, er war der edelſte, der gebildetſte, der liebenswuͤrdigſte Mann, den ſie kannte; wie hätte ſie mißtrauiſch gegen die durch Dankbar


