Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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im Verlauf des Tages beſuchen zu wollen, und wenn ſie finde, daß ihre Schönheit ihn zu keiner blinden Parteilichkeit verleitet habe, ſich ihrer anzu⸗ nehmen und fur eine angemeſſene Verbeſſerung ihrer Lage zu ſorgen. Die Baronin hielt Wort, die huld⸗ volle Guͤte, mit der ſie ſich Dalinden nahte, ge⸗ wann ihr ſchnell Dalindens Vertrauen, und gewonnen durch die Liebenswuͤrdigkeit ihres Weſens, geruͤhrt durch die Sanftmuth und den Frieden, den ihr, in der ungetruͤbten Schuldloſigkeit ihres Bewußtſeins, der kindlich fromme Aufblick zu Gott erhielt, bot ſie Dalinden ihr Haus und ihren muͤtterlichen Schutz an. Die Empfindung, mit der Dalinde dies Aner⸗ bieten annahm, laͤßt ſich nicht beſchreiben; doch ge⸗ wiß ſpiegelt ſich der Strahl der Freude ſo himmelrein nur auf dem dunklen Grunde eines kummervoll ver⸗ ſchatteten Lebens ab.

Ruͤhrend war Dalindens Abſchied von ihrer gu⸗ ten Wirthin, und ſo herzlichen Antheil dieſe auch an dem frohen Schickſalswechſel ihres holden Pfleg⸗ lings nahm, ſo aufeichtig betruͤbte ſie doch die Tren⸗ nung von Dalinden, und nur das Verſprechen, das ſie ihr gab, ſie jedes Mal zu beſuchen, wenn ſie mit der Baronin, die nahe bei Wien auf dem Lande