Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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ſei, und wie großmuͤthig gegen Arme, und nie war ihr ein Abend ſchneller und angenehmer verſtrichen. Der Baron war in jeder Hinſicht einer der aus⸗ gezeichnetſten Maͤnner. Hoch⸗ und edelgeſinnt, eben ſo liebenswuͤrdig an Geſtalt als an Sitte, hatte er auf Univerſitäten und Reiſen ſeinen Geiſt gebildet, ſein Herz unentweiht bewahrt und ſeinen Charakter gereift. Sein Wunſch, Dalinde zu ſehen, entſprang aus rein menſchenfreundlichem Wohlwollen fuͤr eine verlaſſene Ungluͤckliche; allein ihre Schoͤnheit, die Wuͤrde ihres Benehmens, ihr feingebildeter Anſtand und der unverkennbare Ausdruck wehmuthsvoller Trauer in ihren ſeelenvollen Blicken machten den tiefſten Eindruck auf ſein Herz. Er konnte nichts denken als ſie, und durchwachte die Nacht, die die⸗ ſem Tage folgte, unter Entwerfung von Planen, dieſem ſo anziehenden, durch ſeine Vereinzelung man⸗ nigfachen Gefahren ausgeſetzten Weſen Schutz und Huͤlfe zu verſchaffen. Er gedachte ſeiner Tante, der Baronin Holſtein, deren Menſchenliebe und Gute er kannte, und eilte fruͤh am Morgen zu ihr, ihr ſein geſtriges Zuſammentreffen mit! Dalinden zu erzählen und fuͤr ſie den Schutz der wuͤrdigen Frau zu erbitten. Sie verſprach ihm, ſie noch