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Feinheit als Anſtand ſein Erſtaunen aus, ein junges Fräulein, wie ſie, in einer Lage, wie die ihrige, zu ſehen, und bat ſie, ihm das Gluͤck zu goͤnnen, ihr ſeine ehrfurchtsvolle Theilnahme an ihrem Ge⸗ ſchick beweiſen zu durfen. Wuͤrdevoll dankte ſie ihm mit wenig Worten fuͤr eine Gute, von der ihre Lage ihr nicht Gebrauch zu machen vergöͤnne, und fuͤhrte das Geſpräch augenblicklich auf die Stickerei zuruͤck. Er erbat ſich, das Muſter zu derſelben morgen ſelbſt bringen zu duͤrfen, allein Dalinde un⸗ terſagte dies, weil er als Mann von Ehre gewiß ſelbſt fühle, daß ihm ſo wenig dieſe Bitte als ihr die Gewaͤhrung derſelben gezieme. Ehrerbietig ſich vor ihr neigend, nahm er Abſchied, mit der Verſi⸗ cherung, das Muſter morgen durch Frau Selby ſenden zu wollen⸗
Sinnend blieb Dalinde zuräck. Das edle, zart⸗ finnige Benehmen des Barons hatte einen wohlthu⸗ enden Eindruck auf ſie gemacht und es ſchmerzte ſie, vem Anſtande das Opfer bringen zu muͤſſen, ihn nicht wieder zu ſehen. Frau Selby unterhielt ſie den ganzen Abend von der Jugendgeſchichte des Barons und wie guͤtig, wie milde er gegen ſeine Unterthanen


