— 242 —
der Armuth preis gegeben; doch die Vorſehung hatte ſie in das Haus einer ſehr braven Frau gefuͤhrt, deren Zuneigung ſie bald durch ihre Eingezogenheit, ihre ſtille Trauer und ihre Freundlichkeit gewann. Dalinde erhielt durch ihre Vermittelung mehrere Beſtellungen auf feine Handarbeiten und Stickereien, und verlebte ſo in ſtrenger Arbeitſamkeit und tiefer Eingezogenheit Tage, deren Schuldloſigkeit, bei der frommen Ergebung, mit der ſie dieſen Wechſel ihrer ehemals an Freuden und Bequemlichkeit ſo reichen Lage ertrug, ihr Engel in Has Buch ſchimmerloſer, nur von Gott gekannter Tugenden eintrug. Ihre Seele kraͤftigte ſich in dieſer Schule der Entbehrung und der Pruͤfung, allein ihre Hauswirthin, Frau Selby, bemerkte zu ihrem Leidweſen, daß ſie ihre bluͤhende Farbe verliere, und wie eine dem Licht entzogene Roſe kränkelnd zu verbleichen beginne. Der ſtille Herzenskummer, der namenloſe Schmerz, ſich bei innerm Reichthum der Liebe, bei dem tiefgefuhl⸗ teſten Beduͤrfniſſe, ſich anzuſchließen, ganz vereinzelt zu fuͤhlen, der Mangel an Bewegung und friſcher Luft, die ſitzende Lebensweiſe bei der Entbehrung der Stärkung, die der trauliche Umgang mit gleichgeſinn⸗ ten, gleichgebildeten Menſchen zu gewähren vermag;


