Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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tragen gegen den Grafen ihr nie Anlaß gegeben habe, ſie eines Einverſtändniſſes mit dem Grafen ſchuldig zu halten; die Bilder ihrer gemeinſchaftlich verlebten Kinderjahre zogen in anmuthigen Reihen bei ihr voruͤber; wie ſanft, wie fromm, wie wahr war ihr Dalinde ſtets erſchienen, und wie hatte ſie ſich von ihr ſo treu, ſo innig geliebt gefuͤhlt! Carolinens Augen wurden naß, ihr beſſeres Selbſt erwachte, ſie fuͤhlte, wie hart, wie unedel ſie Dalinde be⸗ handelt habe, und wie grauſam es ſei, ſie jetzt ſo ſorglos dem Zufall zu uͤberlaſſen. Sie beſchloß, den Miethkutſcher holen zu laſſen, der Dalinde ge⸗ fahren hatte, um von ihm zu erfragen⸗ wohin er ſie gefuͤhrt habe, und ſie dann an dem gewaͤhlten Zufluchtsorte aufzuſuchen. In dieſem Augenblicke trat aber ihre Kammerjungfer herein. Liſtig und verſchlagen, wie es Mädchen dieſes Standes oft ſind, war ſie neugierig, die Urſach von Dalindens plötzlicher Entfernung und von den Thränen ihres Fraͤuleins, die ſie oft, wenn dieſe ſich unbemerkt glaubte, hatte fließen ſehen, zu erfahren, und warf nun die Aeußerung hin, wie ſehr ſie es bedaure, daß Fräulein Linſingen ſo ſchlechtes Wetter zu der Reiſe habe, die ſie ſo ſchleunig und unerwartet