— 232 —
in dem Eindrucke, den ich auf ſie machte; wir wurden verlobt. Aber nun ſah ich Sie täglich in all der Traulichkeit eines haͤuslichen Verhält⸗ niſſes, und der Zauber Ihrer Schoͤnheit, Ihre holdſelige Anmuth und alle die unnennbaren Reize, die nur Ihnen, anbetungswuͤrdiges Maͤdchen, eigen ſind, fachten eine Leidenſchaft, mit der ich ver⸗ meſſen ſpielen zu koͤnnen gewähnt hatte, zur un⸗ widerſtehlich mäͤchtigen Flamme an. Die Liebe zu dem edelſten Maͤdchen mußte meine Seele von allen un⸗ wuͤrdigen Trieben laͤutern und ich es einſehen lernen, wie unedelmuͤthig es ſei, Carolinen Freiheit und Ver⸗ moͤgen zu rauben, da ich ihr kein Herz zur Ver⸗ geltung anzubieten hatte. Entſchloſſen, das Band, das mich an ſie feſſelte, zu zerreißen, ehe es un⸗ auflöslich geknuͤpft war, ſuchte ich durch Kälte ſie zu erkälten, aber in eitler Verblendung glaubte ſie durch deſto innigere Zärtlichkeit ein Herz gewinnen zu können, das ich nicht mehr mein nannte. Ich verſuchte nun den General durch ein falſches Ge⸗ ſtandniß von dem Verluſt meines Vermögens ge⸗ gen unſere Verbindung einzunehmen; allein er er⸗ *glärte mir, daß er nur das Gluͤck ſeiner Tochter wuͤnſche; ihr Herz habe mich gewaͤhlt und er ſei


