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11. Band (1830)
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dafuͤr mußte ſie ihre Verſtimmung halten mit unuͤberwindlicher Geduld und Liebe zu ertragen, und ſo in ſanfter Ergebung den Zeitpunkt abzuwarten, wo ſich ihr das Herz und das Vertrauen der Freun⸗ din wieder zuwenden werde.

Doch nur zu bald ſollte Dalinde die Erfahrung machen, daß ihr das herbe Loos gefallen ſei, un⸗ verſchuldet die Schuld tragen zu muͤſſen, daß das Gluͤck der Freundin ein Raub des Wankelmuthes und des ſittlichen Unwerthes zu werden drohe. Als ſie am Morgen des nächſten Tages im Fruͤhſtuͤcks⸗ zimmer war, trat der Graf ein, und da er ſie allein ſah, zog er einen Brief hervor, den er ſie mit be⸗ wegter Stimme anzunehmen bat. Ehe ſie ihm zu antworten vermochte, war er verſchwunden; ſie glaubte, der Inhalt deſſelben werde einen Bezug auf Carolinen habenz allein zu ihrem Schrecken fand ſie folgende Zeilen: 1

Zagend und in dem vernichtenden Gefuhl, gegen die Macht der Liebe gefrevelt zu haben, nahe ich mich Ihnen, gnädiges Fräulein, deren Ach⸗ tung mir theurer iſt, als das Leben, und deren Tadel ich wie das härteſte Ungluͤck furchte. Abe