Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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beſchwor, ihr ihr Herz zu oͤffnen, da gebot ſie ihr im Ton einer Gebieterin, ſie zu verlaſſen und nicht wieder ungerufen bei ihr zu erſcheinen.

In Dalindens Herzen wallte bei dieſem Tone, bei dieſen Worten ein Gefuͤhl auf, das ſie fruͤher nie gekannt hatte; es war nicht allein die Kränkung der verſchmaͤheten, zuruͤckgewieſenen Liebe, ſondern auch eine Regung des empoͤrten Stolzes, vermiſcht mit dem Schrecken uͤber eine eben ſo unerwartete als unverdiente Haͤrte. Sie kämpfte ſchnell dieſe Aufwallung nieder, denn lebhaft trat es vor ihre Seele, was Caroline ihr bis zu dieſer finſtern Stunde geweſen ſei und welche unbegrenzte Dankbarkeit ſie ihr ſchuldig war; aber ſie vermochte nichts zur Be⸗ ſänftigung Carolinens zu ſagen. Betruͤbt wuͤnſchte ſie ihr eine gute Nacht und verließ ſie; doch der Schlaf floh Beider Lager, und ſchwer wuͤrde es zu entſcheiden ſein, welche von Beiden die Ungluͤcklichſte im Laufe dieſer ſchlafloſen Nacht war. Dalinde vermochte ſich Carolinens Betragen nicht zu erklaͤren, nicht zu erſinnen, wodurch ſie dieſelbe erzuͤrnt haben könne, da ihr Bewußtſein rein, wie der Friede ihrer Seele, war. Sie beſchloß, Carolinens Laune — denn