Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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allein fuͤr den abgeglaͤtteten Weltmann war doch die Aufgabe zu ſchwer, täglich, ja faſt ſtuͤndlich, ein Maͤdchen vor ſich zu ſehen, die alle Macht der Leidenſchaft in ihm entflammt hatte, und dieſe Gluth vor dem Auge der ſpaͤhenden Liebe ſo zu verhuͤllen, daß kein Argwohn in ihr erwache. Dalinde ſelbſt blieb unbefangen und ihr reines Herz ohne Argwohn, daß der Verlobte der Freundin ihres Herzens fuͤr ſie von ſtrafbarer Leidenſchaft entflammt ſei, allein Carolinens Laune wurde nach einigen Wochen unge⸗ truͤbten Gluͤckes ungleich. Dalinde fand ſie einige Mal mit roth geweinten Augen, und ſo ſorgſam ſie auch in ihres Vaters und in des Grafen Gegenwart ihre ehemalige Heiterkeit zu behaupten ſuchte, ſo konnte es dieſer doch nicht entgehen, daß ihr Froh⸗ ſinn nur erzwungen war und daß ſie alles Alleinſein mit ihr zu vermeiden begann. Vergeblich drang Dalinde in ſie, ſich ihr zu entdecken, vergeblich flehete ſie mit Thränen der innigſten Theilnahme um ihr Vertrauen; ſie entfloh dann ſchweigend Dalindens Bitten und ſchloß ſich Stunden lang in ihrem Zim⸗ mer ein.

In dieſem Zeitpunkte ſtarb ein Verwandter des Grafen, deſſen Jugend und Geſundheit dieſem nie