Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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ſchmachtet! — Nach einigen Stunden kam der älteſte Freund meines Großvaters, der Präſident H., zu mir. Er bat mich, ihn zu der Leiche zu fuͤhren. Ruhig faßte er die Freundeshand: „Fahr wohl; wir ſehen uns bald wieder!“ — Nur Eine Thräne fiel auf die Hand; wuͤrdiger wird keine an dieſem Sarge geweint werden. Freundlich bat er mich, bis zur Ankunft meiner Eltern bei ihm zu wohnen, und ſo ging ich an ſeinem Arm aus dem Vaterhauſe in ein fremdes uͤber.

Man weiß bis jetzt von keinem Leſtamente. Bei allen hieſigen Gerichten iſt keins niedergelegt. Und nun ſollteſt Du ihre Schadenfreude ſehen! Keiner von ihnen ahnt, wie ich zu handeln entſchloſſen war! Es thut mir ſehr weh, daß ſie ihren Eigennutz ſo zur Schau tragen. Selbſt die Beſſern, ſelbſt der Praͤſident und ſeine Frau, ſcheinen mich zu bedauern und eine fehlgeſchlagene Hoffnung bei mir vorauszuſetzen. Sie irren ſich, und ihre Meinung ſchmerzt mich um ſo empfindlicher, weil ſie mich zwingt, den Schmerz meines Verluſtes zu verbergen, um ihn vor Miß⸗ deutung zu ſichern. Ach, wenn auf ſeinem Grabe keine Thraͤnen uneigennuͤtziger Liebe vergoſſen werden ſollten, wer duͤrfte denn hoffen, ſie zu verdienen! —