Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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Lager nieder und kuͤßte ſeine bleichen Lippen und die kalten Haͤnde, die mich ſo treu geleitet hatten. Aber der ſanfte Geiſt frommen Friedens, der ſein Leben bezeichnete, ſprach noch aus ſeinen Zuͤgen zu meinem wunden Herzen, und ich konnte aus inner⸗ ſter Seelenfulle beten und weinen.

Ich ſandte dann zu meinen beiden Tanten. Du kennſt ſie; weißt, wie um uns Alle das ſchoͤne Band der Familienliebe ſich ſchlang, bis die Vorliebe mei⸗ nes Großvaters für mich es löſte. Von jeher ſahen ſie dieſe Auszeichnung mit Unwillen, und ihr Un⸗ muth daruͤber wurde laut gegen mich, als mein Großvater mich von meinen Eltern fort zu ſich

nahm und ſie in mir ſeine kuͤnftige Erbin muth⸗ maßten. Was ich Alles that, um ſie mit mir zu verſoͤhnen, weißt Du; aber mein Beſtreben ward Heuchelei geſcholten, und ſie ſuchten Alles hervor, mich zu kraͤnken, was ihnen ſehr leicht wurde, da ich ſie liebte und gegen Unfreundlichkeit und Kalte nur zu empfindlich bin. Jetzt ward ihnen recht Freiheit, mich zu betruͤben, und hart genug benutz⸗ ten ſie ſie. Meine älteſte Tante fand mich noch weinend. Auch ſie vergoß Thraͤnen, und doch ſagte ſie mir: fuͤr das Abtrocknen meiner Thränen werde