Teil eines Werkes 
11. Band (1830)
Entstehung
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fen gehen. Gute Nacht, Marie! Er hielt mich eine Minute ſchweigend an ſein Herz gedruͤckt, und noch eine ſah er mich an mit einem Abſchiedsblick, der ewig, ewig in meiner Seele bleibt. Dann hob er die Hand:Der Herr ſegne Dich und behuͤte Dich! der Herr laſſe Dir ſein Angeſicht leuchten ewiglich und gebe Dir Frieden! Mich durchfuhr eine Ahnung unſter nahen Trennung; ich ſank vor ihm nieder und druͤckte mit heißen Thränen meine Lippen auf ſeine lieben Haͤnde, und dieſe an mein Herz. Ach des Schmerzes ſolcher unwiderruflichen Tren⸗ nung!

Sobald ich mich zu faſſen vermochte, ging ich nach ſeinem Zimmer und fand ihn ſanft ſchlafend. Ich konnte mich nicht entſchließen, ihn zu verlaſſen, und warf mich auf's Sopha. Ein, zwei Stunden vergingen; ſein Schlaf blieb ſtill und ruhig. Ein leichter Schlummer uͤberhuͤllte nach Mitternacht mein Auge: da war mir, als fuͤhlte ich an meiner Wange einen ſanften Hauch vorüber gleiten, und als horte

ich meinen Namen nennen. Erſchrocken ſprang ich

auf und eilte zu ihm; er war nicht mehr! Der Redliche, Gute, Fromme ſchlief den Todesſchlaf. Mein Muth brach; wie vernichtet ſank ich an ſein