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auf eine Univerſität geſandt, und von da ging er auf Reiſen. So hoͤrte ich ſeit Jahren nichts von ihm und erinnerte mich ſeiner nur noch ſelten, wie einer freundlichen Traumgeſtalt. Jetzt aber ſchwand ploͤtzlich der Nebel, den Zeit und Ferne uͤber ſein Bild gezogen hatten; wunderbar ergriff mich ſein Andenken, und lebhaft erwachte in mir der Wunſch, ihn wiederzuſehen. Eine ſtille Traumerei ſchlich ſich in meine Seele, und mich duͤnkte, die Furcht vor der Zukunft und dem Leben, die ich oft beklemmend empfinde, muͤſſe ſchwinden, wenn der Jugendfreund wieder, wie damals, neben mir ſtaͤnde.
Am zweiten Tage meiner Einſamkeit war ich noch ſpät Abends im Garten. Eine laue Wärme ſenkte ſich aus dem bewoͤlkten Himmel duftend auf die Erde, und alle Bluͤthen, alle Knospen ſchienen ſich ihr liebend entgegen zu neigen. Es war eine Stille in der Natur, als gehe ein Engel durch ſie hin. Ich war ſehr gluͤcklich und doch ſo bewegt, daß ich ſanft weinen mußte, ohne zu wiſſen, warum? Da hoͤrte ich in dem nahen Bogengange die Stimme meines Großvaters und eilte ihm entgegen. „Hier,“ ſagte er, und ſtrich mir läͤchelnd die Locken von der


