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ſelben Tage gebornen, damals ein und zwanzigjähri⸗ gen Ehrenfels, und in der heitern Einförmigkeit ihres laͤndlichen Lebens, umgeben von lauter Nachbarn und Nachbarinnen, deren Eltern ſie gekannt, und mit denen ſie aufgewachſen iſt, blieb ſie, was ſie war. Sie kennt keine Sorge, keinen Schmerz, keine Lei⸗ denſchaft, und eben daher iſt ihr auch keine ernſtere Seite des Lebens intereſſant; ſorglos und kindlich gleitet ſie uͤber die glatte Flache deſſelben und ahnet nicht die Tiefe, die dieſe verbirgt.
Ganz das Gegentheil davon iſt ihre Schweſter, die Baronin Eliſe Clare. Zart und tiefempfindend ward ihr das Leben fruͤh zu einem Kampfe, aus dem ihr noch kein Friede erbluͤht iſt, weil ſie, an der Seite eines redlichen, aber durchaus ſchlichten und ungebildeten Mannes, dem ſie, vom Unwerth des Geliebten ihrer Jugend ſchmerzlich verletzt, in weh⸗ muͤthig bittrer Reſignation ihre Hand reichte, ſich mit ihren Verhaͤltniſſen nicht in Einigkeit zu ſtimmen vermag. Mich zog ſie gleich beim erſten Anblick durch die Grazie ihres Wuchſes, die Eleganz ihres Anſtandes und durch den wunderherrlichen Blick ihrer dunkelblauen, himmliſch ſeelenvollen Augen an; ſie ſah in mir anfaͤnglich nur die Demoiſelle ihrer Schwe⸗


