Teil eines Werkes 
7. Band (1830)
Entstehung
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zu ſtolz zum Fordern und auch zu edel war, ſich von dem erhaltenen Wirthſchaftsgelde etwas zuzu⸗ eignen. Eben ſo war es mit den Wohlthaten, die ſie erzeigte. Boyſen hatte jaͤhrlich eine gewiſſe Summe fuͤr Arme beſtimmt, und faſt nie bat ihn Cäcilie vergebens, wo es Milderung fremder Noth galt; aber ſie durfte doch nicht geben, ohne gebeten zu haben; es war in dem Vecrhaͤltniſſe, in dem ſie mit ihrem Gatten ſtand, doch immer nur fremdes Geld, was ſie gab, und Boyſen's Denkweiſe legte auch hier ihr Herz in — die den freien Schlag deſſelben laͤhmten.

So verging ein Jahr. Cäciliens Ehe galt für eine der glucklichſten, und wahr iſt es auch, daß in dieſem Zeitraume nie zwiſchen ihr und dem Gatten eine Uneinigkeit, nie ein Mißverſtaͤndniß, nie ein Streit entſtand; aber Keiner wußte es, mit welcher ſchmerzlichen, geiſt- und ſeelentoͤdtenden Verläugnung Cäcilie ihr Gelubde loſte, Boyſen gluͤcklich zu machen. Ihre Mutter ſtarb in dieſem erſten Jahre ihrer Ver⸗ bindung, und ihre Ehe blieb kinderlos. Ganz ungetheilt mußte ſie ſich daher dem Gatten widmen und fuͤr ihn leben. Treu erfullte ſie auch alle Forderungen,