Teil eines Werkes 
7. Band (1830)
Entstehung
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ward, Gott zu lieben. Wie leicht ward es mir, als Tochter, Unterordnung meines Willens unter einen höheren, Gehorſam aus Liebe, unbedingtes Ver⸗ trauen zu begreifen und zu lernen! Wie fand der edelſte Trieb der menſchlichen Seele, der Trieb, das Beſſere zu lieben und nicht ſich, in meiner kind⸗ lichen Seele ſchon Entwickelung und Befriedigung! — Wie haͤtte ich, die ich meine Mutter leben und beten, handeln und empfinden ſah, nicht lernen ſol⸗ len, Gott zu lieben und ſeine Gebote zu ehren, da all ihr Thun ein reiner Gottesdienſt demuͤthiger Liebe war!

Wie furchtbar, wie ſeelverderbend muß es aber fuͤr junge Gemuͤther ſein, wenn Menſchen, denen es ſelbſt mit ihrer religisſen Geſinnung kein Ernſt iſt, Kinder zur Gottesfurcht abrichten wollen! — Nie kann und wird die Heuchelei der Wahrheit ihre Einfalt und ihre goͤttliche Kraft, ſich Eingang in unverdorbene Seelen zu verſchaffen, abzuborgen ver⸗ mogen und die Luͤge der Geſinnung vergiftet dann unausbleiblich das Schoͤnſte, was es hienieden gibt, eine Kinderſeele voll Unſchuld und Vertrauen. um mich vor dieſer Gefahr zu ſchützen, ließ meine Mut⸗ ter, die den Beichtvater unſers Hauſes nicht achtete,