Teil eines Werkes 
7. Band (1830)
Entstehung
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mich an den Religionsunterricht, den er zur Vor⸗ bereitung auf die Confirmation gab, keinen Antheil nehmen. Sie glaubte uͤberhaupt, die Wahrheit und die Freudigkeit der chriſtichen Religion ſei an keine beſtimmte Confeſſion gebunden, und Alles, was zu den Dogmen unſter Kirche gehoͤrt, blieb mir in meinen Kinderjahren ganz fremd. Das Beſtreben meiner Mutter war vorzuglich darauf gerichtet, mein Herz mit der Liebe zu Gott zu erfullen und es da⸗ durch fuͤr das Gute zu gewinnen. Ausrotten, glaubte ſie, muͤſſe man keinen Trieb, der in der Seele des Kindes ſich zeige, ſondern nur darnach ſtreben, ihn dem ſittlichen Geſetze unterthan zu machen. Die Affecten, Neigungen und Leidenſchaften der menſch⸗ lichen Seele galten ihr fuͤr den Stoff, an dem unſte Kraft ſich üben ſoll, fuͤr den rohen Marmorblock, aus dem ſie ein Gottesbild bilden kann und ſoll. Wovor mich meine Mutter aber auf das Angelegent⸗ lichſte zu ſchuͤtzen ſuchte, waren die Fe hler, die man den Frauen in der Regel Schuld gibt: Leichtſinn, Eiteikeit, Abhängigkeit von dem Wechſel außerer Ein⸗ druͤcke und Charakterloſigkeit; Fleiß und Selbſtbeherr⸗ ſchung waren die Seelenarznei, die ſie mir dagegen anpries. Ich durfte nie muͤßig ſein und kein Tag Tarnow's Schriften. VI. 2